29.09.2026
Was ist eine Strahlentherapie?
Die Strahlentherapie ist eine Krebsbehandlung, bei der hochenergetische Strahlen eingesetzt werden, um die DNA von Krebszellen zu schädigen und dadurch ihre Vermehrung zu verhindern oder die Zellen abzutöten. Bei bestimmten Krebsarten kann die Strahlentherapie allein oder in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie einer Operation oder Chemotherapie eingesetzt werden.
Das Ziel der Behandlung hängt von der Krebsart und dem Stadium der Erkrankung, der Lage des Tumors und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Bei einigen Patienten besteht das Ziel darin, den Tumor zu verkleinern. In anderen Fällen kann die Strahlentherapie vor oder nach einer Operation eingesetzt werden, um die Behandlung zu unterstützen. In bestimmten Situationen kann sie auch dazu dienen, Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern.
Wie wird eine Strahlentherapie durchgeführt?
Vor Beginn der Strahlentherapie wird eine ausführliche Behandlungsplanung durchgeführt. Das medizinische Team beurteilt die Lage des Tumors sowie das umliegende gesunde Gewebe und erstellt einen individuell angepassten Behandlungsplan.
Während der Behandlung werden häufig Geräte eingesetzt, die als Linearbeschleuniger (LINAC) bezeichnet werden. Der Patient liegt auf einer Behandlungsliege, während die Strahlen präzise auf den zu behandelnden Bereich gerichtet werden.
Eine Strahlentherapie wird in der Regel in mehreren Sitzungen durchgeführt. Die Anzahl der Sitzungen und die gesamte Behandlungsdauer hängen von der Krebsart, dem Behandlungsziel und der angewandten Methode ab. Während bei einigen Patienten nur wenige Sitzungen erforderlich sind, können andere Behandlungspläne mehrere Wochen dauern.
Ist eine Strahlentherapie schmerzhaft?
Die meisten Patienten spüren die Strahlung während der Behandlung nicht. Während einer Sitzung liegt der Patient normalerweise ruhig auf der Behandlungsliege, während das Gerät die Strahlung abgibt.
Je nach behandeltem Körperbereich können jedoch im Laufe der Behandlung bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Daher ist es wichtig, das medizinische Team über alle neuen oder belastenden Beschwerden zu informieren.
Welche Nebenwirkungen kann eine Strahlentherapie haben?
Die Nebenwirkungen können abhängig vom behandelten Körperbereich, der Strahlendosis und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten unterschiedlich sein.
Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen gehören:
Müdigkeit und Erschöpfung
Rötungen oder Empfindlichkeit der Haut im Behandlungsbereich
Trockene oder gereizte Haut
Veränderungen des Appetits
Übelkeit
Schluckbeschwerden oder Verdauungsprobleme, abhängig vom behandelten Bereich
Haarausfall oder eine Verringerung des Haarwuchses im behandelten Bereich
Nicht jeder Patient entwickelt die gleichen Nebenwirkungen. Manche Menschen durchlaufen die Behandlung mit relativ milden Beschwerden, während andere deutlich stärkere Symptome haben können.
Worauf sollte man während der Behandlung achten?
Während der Strahlentherapie ist es wichtig, die Empfehlungen des behandelnden Arztes und des Strahlentherapie-Teams zu befolgen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, eine ausgewogene Ernährung und genügend Ruhe können den Körper während der Behandlung unterstützen.
Insbesondere auf der bestrahlten Haut sollten Cremes, Lotionen oder andere Produkte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Es kann außerdem empfohlen werden, heißes Wasser, starkes Reiben und andere Maßnahmen zu vermeiden, die die Haut zusätzlich reizen könnten.
Symptome wie Fieber, starke Schmerzen, ausgeprägte Hautreaktionen, anhaltendes Erbrechen oder Schwierigkeiten bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sollten dem medizinischen Team mitgeteilt werden.
Was passiert nach der Strahlentherapie?
Nach Abschluss der Behandlung kann der Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen planen. Bei diesen Terminen wird beurteilt, wie der Körper auf die Behandlung reagiert. Falls erforderlich, können bildgebende Untersuchungen oder weitere diagnostische Tests durchgeführt werden.
Einige Nebenwirkungen können bereits kurz nach Abschluss der Behandlung zurückgehen, während andere länger anhalten können. Deshalb sollten auch Beschwerden, die nach der Behandlung auftreten, mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Häufige Missverständnisse über die Strahlentherapie
Über die Strahlentherapie gibt es viele Missverständnisse, die bei Patienten unnötige Sorgen auslösen können. Beispielsweise besteht häufig die Befürchtung, dass ein Patient nach einer externen Strahlentherapie radioaktiv wird und dadurch Menschen in seiner Umgebung gefährdet. Bei einer externen Strahlentherapie ist dies normalerweise nicht der Fall. Sobald das Bestrahlungsgerät ausgeschaltet ist, wird der Patient in der Regel nicht radioaktiv.
Bestimmte Formen der internen Strahlentherapie, wie die Brachytherapie oder eine systemische Radionuklidtherapie, können jedoch andere Sicherheitsmaßnahmen erfordern. Daher sollten Patienten die individuellen Anweisungen ihres behandelnden medizinischen Teams beachten.
Fazit
Die Strahlentherapie ist heute eine wichtige Behandlungsmethode für viele verschiedene Krebsarten. Der Behandlungsplan wird individuell erstellt. Die angewandte Methode, die Anzahl der Sitzungen und mögliche Nebenwirkungen können von Patient zu Patient unterschiedlich sein.
Genaue Informationen über die Strahlentherapie können Patienten dabei helfen, den Behandlungsprozess besser zu verstehen und bewusster damit umzugehen. Alle während der Behandlung auftretenden Beschwerden sollten mit dem medizinischen Team besprochen werden. Auf eigene Initiative sollten keine zusätzlichen Behandlungen oder Anwendungen durchgeführt werden, die nicht vom Arzt empfohlen wurden.
Es ist wichtig zu beachten, dass jeder Strahlentherapieplan individuell angepasst wird. Entscheidungen über die Behandlung sollten daher gemeinsam mit dem behandelnden Onkologie- und Strahlentherapie-Team auf Grundlage der individuellen medizinischen Beurteilung getroffen werden.